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Song `Cronnan`, D 282 (Schubert)

Franz Schubert (1797–1828)

Song `Cronnan` D 282

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1815
Text: Baron Edmund von Harold

Shilrik:
Ich sitz` bei der moosigten Quelle; am Gipfel
des stürmischen Hügels. Über mir braust ein Baum.
Dunkle Wellen rollen über die...Read more
1815
Text: Baron Edmund von Harold

Shilrik:
Ich sitz` bei der moosigten Quelle; am Gipfel
des stürmischen Hügels. Über mir braust ein Baum.
Dunkle Wellen rollen über die Heide.
Die See ist stürmisch darunter.
Die Hirsche steigen vom Hügel herab.
Kein Jäger wird in der Ferne geseh`n.
Es ist Mittag, aber Alles ist still.
Traurig sind meine einsamen Gedanken.
Erschienst du aber, o meine Geliebte,
wie ein Wand`rer auf der Heide,
dein Haar fliegend im Winde,
dein Busen hoch aufwallend,
deine Augen voll Tränen, für deine Freunde,
die der Nebel des Hügels verbarg: dich wollt` ich trösten,
o mein Geliebte, dich wollt` ich führen
zum Hause meines Vaters!
Aber ist sie es, die dort wie ein Strahl des Lichts
auf der Heide erscheint? Kommst du, o Mädchen,
über Felsen, über Berge zu mir, schimmernd,
wie im Herbste der Mond, wie die Sonn` in der Glut
des Sommers? Sie spricht: aber wie schwach
ist ihre Stimme! Wie das Lüftchen im Schilfe der See.

Vinvela:
Kehrst du vom Kriege schadlos zurück?
Wo sind deine Freunde, mein Geliebter?
Ich vernahm deinen Tod auf dem Hügel;
ich vernahm ihn und beweinte dich!

Shilrik:
Ja, meine Schönste, ich kehre zurück,
aber allein von meinem Geschlecht.
Jene sollst du nicht mehr erblicken, ich hab` ihre Gräber
auf der Fläche errichtet.
Aber warum bist du am Hügel der Wüste?
Warum allein auf der Heide?

Vinvela:
O Shilrik, ich bin allein, allein in der Winterbehausung.
Ich starb vor Schmerz wegen dir.
Shilrik, ich lieg` erblasst in dem Grab.

Shilrik:
Sie gleitet, sie durchsegelt die Luft wie Nebel
vorm Wind. Und willst du nicht bleiben?
bleib` und schau` meine Tränen! zierlich erscheinst du,
im Leben warst du schön.
Ich will sitzen bei der moosigen Quelle,
am Gipfel des stürmischen Hügels.
Wenn Alles im Mittag herum schweigt,
dann sprich mit mir, o Vinvela!
komm auf dem leichtbeflügelten Hauche!
auf dem Lüftchen der Einöde komm!
lass mich, wenn du vorbeigehst,
deine Stimme vernehmen,
wenn Alles im Mittag herum schweigt!

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Added by: Lerenard , 22.04.2013 04:19           

Added by: Osobnyak , 09.04.2016 13:14           

Added by: Osobnyak , 12.08.2015 00:09           
 
 

 
 
     
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