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Song Die Nonne, D 208 (Schubert)

Franz Schubert (1797–1828)

Song Die Nonne D 208

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Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)

Es liebt` in Welschland irgendwo
Ein schöner junger Ritter
Ein Mädchen, das der Welt entfloh,
Trotz Klostertor und Gitter;
Sprach...Read more
Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748-1776)

Es liebt` in Welschland irgendwo
Ein schöner junger Ritter
Ein Mädchen, das der Welt entfloh,
Trotz Klostertor und Gitter;
Sprach viel von seiner Liebespein,
Und schwor, auf seinen Knien,
Sie aus dem Kerker zu befreien,
Und stets für sie zu glühen.
`Bei diesem Muttergottesbild,
Bei diesem Jesuskinde,
Das ihre Mutterarme füllt,
Schwör` ich`s dir, o Belinde!
Dir ist mein ganzes Herz geweiht,
So lang ich Odem habe;
Bei meiner Seelen Seligkeit!
Dich lieb` ich bis zum Grabe.`
Was glaubt ein armes Mädchen nicht,
Zumal in einer Zelle?
Ach! sie vergaß der Nonnenpflicht,
Des Himmels und der Hölle,
Die, von den Engeln angeschaut,
Sich ihrem Jesu weihte,
Die reine schöne Gottesbraut,
Ward eines Frevlers Beute.
Drauf wurde, wie die Männer sind,
Sein Herz von Stund` an lauer,
Er überließ das arme Kind
Auf ewig ihrer Trauer.
Vergaß der alten Zärtlichkeit,
Und aller seiner Eide,
Und floh, im bunten Galakleid,
Nach neuer Augenweide.
Begann mit andern Weibern Reihn,
Im kerzenhellen Saale,
Gab andern Weibern Schmeichelein,
Beim lautem Traubenmahle,
Und rühmte sich des Minneglücks
Bei seiner schönen Nonne,
Und jedes Kusses, jedes Blicks,
Und jeder andern Wonne.
Die Nonne, voll von welscher Wut,
Entglüht` in ihrem Mute,
Und sann auf nichts als Dolch und Blut.
Und träumte nur von Blute.
Sie dingte plötzlich eine Schaar
Von wilden Meuchelmördern,
Den Mann, der treulos worden war,
Ins Totenreich zu fördern.
Die bohren manches Mörderschwert
In seine schwarze Seele.
Sein schwarzer, falscher Geist entfährt,
Wie Schwefeldampf der Höhle.
Er wimmert durch die Luft, wo sein
Ein Krallenteufel harret.
Drauf ward sein blutendes Gebein
In eine Gruft verscharret.
Die Nonne flog, wie Nacht begann,
Zur kleinen Dorfkapelle,
Und riss den wunden Rittersmann
Aus seiner Ruhestelle.
Riss ihm das Bubenherz heraus,
Und warf`s, den Zorn zu büßen,
Dass dumpf erscholl das Gotteshaus,
Und trat es mit den Füßen.
Ihr Geist soll, wie die Sagen gehn,
In dieser Kirche weilen,
Und, bis im Dorf die Hähne krähn,
Bald wimmern, und bald heulen.
Sobald der Hammer zwölfe schlägt,
Rauscht sie, an Grabsteinwänden,
Aus einer Gruft empor, und trägt
Ein blutend Herz in Händen.
Die tiefen, hohlen Augen sprühn
Ein düsterrotes Feuer,
Und glühn, wie Schwefelflammen glühn,
Durch ihren weißen Schleier.
Sie gafft auf das zerrissne Herz,
Mit wilder Rachgebärde,
Und hebt es dreimal himmelwärts,
Und wirft es auf die Erde;
Und rollt die Augen voller Wut,
Die eine Hölle blicken,
Und schüttelt aus dem Schleier Blut,
Und stampft das Herz in Stücken.
Ein bleicher Totenflimmer macht
Indes die Fenster helle.
Der Wächter, der das Dorf bewacht,
Sah`s oft in der Kapelle.

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Added by: Osobnyak , 03.04.2016 01:49           
 
 

 
 
     
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