Baron Edmund von Harold 1736-1796

Warum öffnest du wieder
Erzeugter von Alpin die Quelle
meiner Wehmut da du mich fragst
wie Oscar erlag? Meine Augen sind
von Tränen erblindet. Aber
Erinnerung strahlt aus meinem
Herzen. Wie kann ich den traurigen
Tod des Führers der Krieger
erzählen!
Führer der Helden o Oscar
mein Sohn soll ich dich nicht
mehr erblicken! er fiel wie der
Mond in einem Sturm wie die
Sonne in der Mitte ihres Laufs
wenn Wolken vom Schoße der
Wogen sich heben; wenn das Dunkel
des Sturms Ardanniders Felsen
einhüllt. Wie eine alte Eiche
von Morven vermodre ich
einsam auf meiner Stelle. Der
Windstoß hat mir die Äste
entrissen; mich schrecken die
Flügel des Nordes. Führer der
Helden o Oscar mein Sohn soll
ich dich nicht mehr erblicken!
Der Held o Alpins Erzeugter
fiel nicht friedlich wie Gras
auf dem Feld der Mächtigen Blut
befärbte sein Schwert er riss
sich mit Tod durch die Reihen
ihres Stolzes aber Oscar
Erzeugter von Caruth du bist
unrühmlich gefallen! deine Rechte
erschlug keinen Feind. Deine Speer
befleckte das Blut deines Freunds.
Eins war Dermid und Oscar sie
mähten die Schlachten zusammen.
Ihre Freundschaft war stark wie
ihr Eisen und im Felde wandelte
der Tod zwischen ihnen Sie fuhren
gegen den Feind wie zwei Felsen
die von Ardvens Stirne sich
stürzen. Ihr Schwert war vom Blute
der Tapfern befärbt Krieger
erbebten bei ihrem Namen. Wer
glich Oscarn als Dermid? und wer
Dermid als Oscar?
Sie erlegten den mächtigen Dargo
im Feld Dargo der nie aus dem
Kampfe entfloh. Seine Tochtter war
schön wie der Morgen sanft wie
der Strahl des Abends.
Ihre Augen glichen zwei Sternen im
Regen ihr Atem dem Hauche des
Frühlings. Ihr Busen wie
neugefall`ner Schnee der auf der
wiegenden Heide sich wälzt. Sie
ward von den Helden gesehn und
geliebt ihre Seelen wurden ans
Mädchen geheftet. Jeder liebte
sie gleich seinem Ruhm sie
wollte jeder besitzen oder
sterben. Aber ihr Herz wählte
Oscarn; Caruths Erzeugter war der
Jüngling ihrer Liebe. Sie vergaß
das Blut ihres Vaters. Und liebte
die Rechte die ihn erschlug.
`Caruths Sohn` sprach Dermid
`ich liebe o Oscar! ich liebe
dies Mädchen. Aber ihre Seele
hängt an dir; und nichts kann
Dermiden heilen. Hier durchdring
diesen Busen o Oscar; hilf deinem
Freund mit deinem Schwert.`
`Nie soll mein Schwert Diarans
Sohn! nie soll es mit Dermids
Blute befleckt sein.`
`Wer ist dann würdig mich zu
erlegen O Oscar Caruths Sohn!
lass nicht mein Leben unrühmlich
vergehen lass niemand als Oscar
mich töten. Schick mich mit Ehre
zum Grab und Ruhm begleite meinen
Tod.`
`Dermid brauch deine Klinge;
Diarans Erzeugter schwing deinen
Stahl. O fiel ich mit dir! Dass
mein Tod von Dermids Rechte
herrühre!`
Sie fochten beim Bache des Bergs
bei Brannos Strom. Blut färbte
die fließenden Fluten
und ronn um die bemoosten Steine.
Dermid der Stattliche fiel
er fiel und lächelte im Tod!
`Und fällst du Erzeugter Diarans
fällst du durch die Rechte von
Oscar! Dermid der nie im Kriege
gewichen seh ich dich also
erliegen?` - Er ging und kehrte
zum Mädchen seiner Liebe. Er
kehrte aber sie vernahm seinen
Jammer.
`Warum dies Dunkel Sohn von
Caruth! was überschattet deine
mächtige Seele?`
`Einst war ich o Mädchen im
Bogen berühmt aber meinen Ruhm
hab ich jetzo verloren. Am Baum
beim Bache des Hügels hängt der
Schild des mutigen Gormurs
den ich im Kampfe erschlug.
Ich habe den Tag vergebens
verzehrt und konnte ihn nicht mit
meinem Pfeil durchdringen.`
`Lass mich Erzeugter von Caruth
die Kunst der Tochter von Dargo
versuchen. Meine Rechte lernte den
Bogen zu spannen in meiner Kunst
frohlockte mein Vater.`
Sie ging er stand hinter dem
Schild. Es zischte ihr Pfeil er
durchdrang seine Brust.
`Heil der schneeweißen Rechten;
auch Heil diesem eibenen Bogen;
wer als Dargos Tochter war wert
Caruths Erzeugten zu töten?
Leg mich ins Grab meine Schönste;
leg mich an Dermits Seite.`
`Oscar` versetzte das Mädchen
`meine Seel` ist die Seele des
mächtigen Dargo. Ich kann dem Tode
mit Freude begegnen. Ich kann
meine Traurigkeit enden.` Sie
durchstieß ihren weißen Busen mit
Stahl. Sie fiel bebte und starb!
Ihre Gräber liegen beim Bache des
Hügels; ihr Grabmal bedeckt der
ungleiche Schatten einer Birke.
Oft grasen die astigen Söhne des
Bergs an ihren grünenden Gräbern.
Wenn der Mittag seine glühenden
Flammen ausstreut und Schweigen
alle die Hügel beherrscht.


Song `Der Tod Oscars`, D 375 (Schubert)
Konrad Richter - piano. Recorded: January 1980, Vienna.
Added by: Osobnyak , 30.04.2019 13:00           
 
     

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